Rechtliches

Dokumentation

Für Datenschutzbeauftragte, Kanzleien und IT-Abteilungen stellen wir eine ausführliche Dokumentation zur lokalen Verarbeitung, OCR,
Pseudonymisierung und den implementierten Datenschutzmaßnahmen bereit.

1. Wie funktioniert Blursafe?

Blursafe verarbeitet jedes Dokument in vier Schritten:

  1. Dokumente hinzufügen — PDFs oder Bilddateien per Drag & Drop, auch ganze Fallakten mit mehreren Dokumenten auf einmal.

  2. Regeln festlegen — Blursafe schlägt automatisch Namen, Adressen, IBANs und weitere sensible Daten vor; Sie prüfen, ergänzen oder verwerfen jeden Vorschlag. Für jeden Treffer legen Sie fest, ob dieser geschwärzt (entfernt) oder pseudonymisiert (durch ein Ersatzwort ersetzt) werden soll.

  3. Vorschau — Sie sehen jede Seite mit den geplanten Schwärzungen/Pseudonymen, bevor irgendetwas verändert wird.

  4. Speichern — Zielordner wählen, fertig. Auf Wunsch mit Prüfbericht.

Im Hintergrund arbeitet Blursafe bildbasiert: Jede Seite wird neu zusammengesetzt, sensible Stellen werden dabei echt überschrieben statt nur überdeckt — schwarz beim Schwärzen, mit lesbarem Pseudonym-Text beim Pseudonymisieren. Der unveränderte Rest bleibt als unsichtbare, durchsuchbare Textebene erhalten, damit die Ausgabe weiterhin maschinenlesbar ist.

2. Welche Dateiformate werden unterstützt?

  • PDF, nativ (digital erzeugt) oder gescannt (reine Bildseiten) — auch gemischt innerhalb desselben Dokuments, Seite für Seite automatisch richtig erkannt.

  • Bilddateien JPG und PNG — werden intern in eine einseitige PDF gewickelt und wie ein Scan behandelt.

  • Dokumente mit 120+ Seiten sind kein Problem.

  • Die Ausgabe ist immer ein PDF mit durchsuchbarer, pseudonymisierter Textebene — unabhängig vom Eingabeformat.

  • Stapelverarbeitung: beliebig viele Dokumente lassen sich mit einem gemeinsamen Regelsatz in einem Durchlauf verarbeiten.

3. Wie läuft die lokale Verarbeitung ab?

Rendern, Texterkennung, Erkennung sensibler Daten, Schwärzen und Speichern laufen als eindurchgehender, lokaler Vorgang auf Ihrem Rechner — ohne dass zu irgendeinem Zeitpunkt eine Netzwerkverbindung nötig wäre oder aufgebaut wird (siehe Punkt 4). Das gilt unabhängig davon, ob eine Seite normal digital oder als Scan vorliegt: Blursafe behandelt beide Fälle automatisch richtig, ohne dass Sie eingreifen müssen.

4. Welche Daten verlassen den Rechner?

Es werden keine Dokumentinhalte übertragen. Die einzige Netzwerkverbindung, die Blursafe aufbaut, ist die Lizenzprüfung. Dabei werden ausschließlich folgende Angaben übertragen:

  • eine gehashte Gerätekennung (aus einer Hardware-ID Ihres Rechners wird per SHA-256 ein Hash gebildet — die rohe Hardware-ID selbst verlässt den Rechner nicht),

  • der Lizenzschlüssel,

  • Programmname und Versionsnummer,

  • der Aufrufkontext (Programmstart oder Aktivierung).

Diese Anfrage hat ein Zeitlimit von 6 Sekunden. Ist der Server nicht erreichbar, arbeitet Blursafe mit dem zuletzt bestätigten Lizenzstatus weiter, bis das gespeicherte Ablaufdatum erreicht ist — die Arbeit mit der Software wird durch fehlendes Internet nicht unterbrochen. Ohne aktivierten Schlüssel läuft eine dreitägige Testphase vollständig offline.

Die Texterkennung (OCR) läuft nachweislich lokal im Programm selbst mit mitgelieferten Sprachdaten — es wird kein externer OCR- oder KI-Dienst aufgerufen. Über die Lizenzprüfung hinaus enthält Blursafe keinen weiteren Netzwerkcode.

5. Wie funktioniert die Texterkennung (OCR)?

Für Seiten ohne Textebene — gescannte Dokumente und Bilddateien — erkennt Blursafe den Text mit einer integrierten, vollständig offline arbeitenden OCR-Engine (Deutsch und Englisch, inklusive Umlauten und Sonderzeichen). Die benötigten Sprachdaten sind Teil der Installation; es wird nichts nachgeladen.

Erkannter Text wird anschließend in denselben Erkennungs- und Schwärzungsprozess integriert wie Text aus nativ erzeugten PDF-Dokumenten. Enthält ein Dokument sowohl digital erzeugte als auch gescannte Seiten, erkennt Blursafe dies automatisch und verarbeitet jede Seite entsprechend ihrer jeweiligen Struktur.

In internen Tests wurden bei hochwertigen Scans (200–300 dpi) sehr hohe Erkennungsraten erzielt. Selbst bei qualitativ schlechteren Scans (ca. 150 dpi, leicht verrauscht oder schief) lag die Erkennungsrate weiterhin auf einem hohen Niveau.

6. Wie wird pseudonymisiert?

Schwärzen entfernt eine Information vollständig — sie ist danach nicht mehr rekonstruierbar. Pseudonymisieren ersetzt sie durch ein Alternativwort, z. B. „Michael Brandt” durch „Person Alpha”.

Der entscheidende Unterschied zu einfachen Suchen-und-Ersetzen-Werkzeugen: Blursafe verwendet für dieselbe Original-Bezeichnung immer dasselbe Pseudonym über das gesamte Dokument und über alle Dokumente eines Stapels bzw. einer Fallakte hinweg. Zusammenhänge zwischen Dokumenten bleiben dadurch lesbar, ohne dass echte Namen preisgegeben werden. Ein Regelsatz lässt sich als Projekt speichern und für spätere Dokumente desselben Falls wiederverwenden.

Die automatische Erkennung deckt zwölf Datenarten ab: Personennamen, Firmen, Adressen, Datumsangaben, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, IBANs, Aktenzeichen, Kfz-Kennzeichen, Umsatzsteuer-Identifikationsnummern, Steuernummern und Handelsregisternummern — auch mehrfache Erwähnungen derselben Person im Dokumentverlauf können in der Regel konsistent erkannt werden. Die Erkennung arbeitet mit lokalen Heuristiken, es werden keine Cloud-KI-Dienste aufgerufen. Alle Vorschläge werden vor der Verarbeitung angezeigt; die Kontrolle, was tatsächlich geschwärzt oder pseudonymisiert wird, liegt immer bei Ihnen.

7. Welche Datenschutzmaßnahmen gibt es?

  • Echtes Schwärzen statt Überdecken. Viele PDF-Tools legen nur einen schwarzen Balken über den Text — der Originaltext bleibt im Dokument erhalten und lässt sich markieren, kopieren oder durch Entfernen der Ebene wieder sichtbar machen. Blursafe überschreibt stattdessen die Bildpixel an der Trefferstelle physisch.

  • Auch die unsichtbare Textebene bekommt keinen Klartext. Für geschwärzte Treffer wird nicht der Originaltext, sondern nur eine neutrale Kennzeichnung in die durchsuchbare Ebene der Ausgabedatei geschrieben. Der eigentliche Inhalt ist damit weder sichtbar noch in der Ausgabedatei selbst auffindbar.

  • Bildbasierte Ausgabe. Jede Seite wird als Bild neu zusammengesetzt, Layout, Stempel und Optik des Originals bleiben erhalten. Die bildbasierte Ausgabe reduziert das Risiko einer Rekonstruktion der Originaldaten erheblich.

  • Manuelle Nachschärfung möglich. Zusätzlich zu den automatischen Vorschlägen lassen sich Bereiche manuell markieren — für Fälle, die die Erkennung nicht abdeckt (Stempel, Unterschriften, Firmenlogos). Auch hier gilt: im Zweifel wird lieber zu viel entfernt als eine Angabe versehentlich stehen gelassen.

  • Keine Cloud-Verarbeitung. Rendern, Texterkennung, Erkennung sensibler Daten, Schwärzen und Speichern laufen vollständig lokal.

  • Prüfbericht (Audit-Trail). Auf Wunsch dokumentiert ein Bericht alle angewendeten Regeln und Trefferzahlen je Dokument — nachvollziehbar für Mandanten, Gerichte und Datenschutzbeauftragte.

  • Assistenz statt Blackbox. Die automatische Erkennung schlägt vor, sie entscheidet nicht selbst. Jeder Vorschlag wird vor der Verarbeitung zur Prüfung angezeigt.

8. Gibt es eine API oder Automatisierungsmöglichkeiten?

Aktuell bietet Blursafe keine öffentlich ansprechbare Programmierschnittstelle (API) und kein Kommandozeilen-Modus zur Fernsteuerung von außen — die Software ist als Desktop-Anwendung für den direkten Einsatz am Arbeitsplatz konzipiert.

Automatisierung innerhalb der App ist trotzdem eingebaut:

  • Stapelverarbeitung: beliebig viele Dokumente werden mit einem gemeinsamen Regelsatz in einem Arbeitsgang verarbeitet.

  • Wiederverwendbare Regelsätze: Ein einmal erstelltes Projekt (Fallakte) lässt sich speichern und für neue, hinzukommende Dokumente desselben Falls erneut anwenden — ohne Namen und Pseudonyme erneut zuzuordnen.

  • KI-taugliche Ausgabe: Die pseudonymisierten PDFs sind maschinenlesbar und durchsuchbar und können – abhängig vom jeweiligen Anwendungsfall und der vorgenommenen Pseudonymisierung – für nachgelagerte KI-gestützte Workflows verwendet werden.